How lucky am I that I have something that makes saying goodbye so hard!

//How lucky am I that I have something that makes saying goodbye so hard!

How lucky am I that I have something that makes saying goodbye so hard!

Es ist schwer, die richtigen Worte für meine Zeit hier zu finden. Aber ich würde definitiv mit ja antworten, wenn mich jemand fragen würde, ob ich es nochmal machen würde. Was ich hier lernen durfte, kann man sich einfach nicht vorstellen, wenn man nicht selbst vor Ort war. Aus diesem Grund kann ich jedem nur ans Herz legen, etwas ähnliches zu tun. 

Was mir am meisten gefallen hat, ist die positive Einstellung und die Dankbarkeit der Menschen. Sie leben glücklich, sind zufrieden mit dem was sie haben und lachen oft. Für jedes Problem versuchen sie eine Lösung zu finden und wenn es mal nicht so kommt wie geplant, mangelt es ihnen auch nicht an Spontanität. Worüber ich mir jedoch die letzten Monate Millionen Gedanken gemacht habe, ist der Unterschied zwischen Arm und Reich. Es ist nicht nur der Unterschied zwischen Deutschen und Südafrikanern. Auch in Südafrika selbst ist der Unterschied an fast jeder Ecke zu sehen. Warum sind wir nicht mit dem zufrieden, was wir haben? Warum wollen wir immer mehr für uns und sind neidisch, wenn andere mehr haben als wir? Können wir uns nicht für diese Leute freuen? Warum teilen wir nicht mehr und lachen nicht mehr? Können wir nicht einfach mit dem zufrieden sein was wir haben und das tun was wir für richtig halten und was uns glücklich macht?

Ich habe in den letzten drei Wochen auch viel mit meiner Mama über dieses Thema geredet. Sie hat mir von einem Buch erzählt, in dem es um eine Geschichte geht, die zu der Situation passt. Es ging um einen Fischer, der mit seiner Frau in einem kleinen Örtchen lebte. Er ging jeden Morgen Fischen und ernährte so seine Familie. Abends ging er mit Frau und Kindern an den Strand, um schwimmen und spazieren zu gehen. Eines Tages kam ein Geschäftsmann vorbei, welcher ihn fragte, warum er das fischen nicht zu einem Business macht, damit er mehr Geld verdienen kann. Jedoch hielt der Fischer davon nicht viel und antwortete nur: “Und was würde ich dann mit dem ganzen Geld tun? Ich würde, wenn ich Zeit dafür hätte, das machen was mir Spaß macht. Ich würde jeden Morgen raus zum Fischen fahren, dann mit meiner Familie kochen und abends an den Strand gehen. Jedoch mache ich das jetzt auch schon. Wofür brauche ich also das viele Geld?”
Die Geschichte ist mir im Kopf hängen geblieben und zeigt, dass wir mit dem zufrieden sein sollten was wir haben. Außerdem das machen sollten, was uns glücklich macht und wir immer dankbar sein sollten.

Ich danke vor allem Gavin und Elaine. In meinem ganzen Leben habe ich keine Menschen kennengelernt, die so für andere leben und sich so um andere kümmern. In der Zeit, als ich die einzige Freiwillige war, haben sie mich herzensgut aufgenommen und ich durfte bei Ihnen wohnen. Sie sind große Vorbilder für mich geworden und so wie sie ihre Projekte führen und vor allem das Waisenhaus leiten, ist es einfach unbeschreiblich. Jeder der Freiwilligenarbeit bei Musa machen möchte, braucht keine Angst haben, nicht mit Gavin und Elaine klar zu kommen. Man hat nicht nur eine Arbeitsbeziehung, sondern sie bemühen sich auch um eine persönliche Beziehung zu jedem einzelnen Freiwilligen.

Ich danke auch allen Freiwilligen mit denen ich zusammen leben und arbeiten durfte. Es ist schön Erfahrungen zu teilen und immer jemandem zum Reden zu haben. Wir hatten viel Spaß und wenn man mit Leuten arbeitet, die die gleichen Ziele verfolgen und die gleichen Vorstellungen haben, macht die Zeit in Südafrika umso mehr Spaß. 

Natürlich danke ich auch Colours for Kids, vor allem Dorothee. Bei Fragen stand sie immer bereit und allein die Gewissheit jemanden zu haben, den man im Notfall kontaktieren kann, gab einem ein Gefühl der Beruhigung. Ich kann jedem nur empfehlen über Colours for Kids, den Freiwilligendienst zu absolvieren, da ich keinerlei Probleme hatte.

Ich danke auch allen anderen Leuten, die für Musa arbeiten, sowohl dem Manager des Waisenhauses und der Sozialarbeiterin, als auch allen Mamas und Babas im Waisenhaus. Alle arbeiten mit Herzblut für die Kindern und lieben die Kinder über alles. Sie wollen nur das Beste für die Kinder. Es ist gut zu wissen, dass die Kinder immer in guten Händen sind und sie sich in guter Obhut befinden.

Als letztes möchte ich natürlich allen Kindern danken. Von Ihnen habe ich nicht nur sehr viel gelernt, sondern habe sie auch alle in mein Herz geschlossen. Die Ausstrahlung, die Freude und die Dankbarkeit habe ich so sehr genossen und jeden einzelnen Tag habe ich mich gefreut ins Waisenhaus zu fahren und sie zu sehen. Ich vermisse sie jetzt schon und hoffe, dass ich sobald wie möglich wieder die Möglichkeit habe sie zu besuchen. Ich habe hier nicht einen einzelnen Tag bereut, es war die beste Entscheidung, die ich in meinem Leben je getroffen habe und kann es jedem nur ans Herzen legen, auch etwas in diese Richtung zu tun. 

Morgen fliege ich mit einem gemischten Gefühl wieder nach Deutschland. Natürlich freue ich mich wahnsinnig alle wieder zu sehen, jedoch weiß ich genau, wie mir alles fehlen wird, da ich jetzt schon alles unheimlich vermisse! Jedoch bin ich dankbar für meine Zeit hier und hoffe jeden einzelnen schnell wieder zu sehen dürfen.

Danke für alles!

2017-12-14T21:39:32+00:00